Sigrid Totz | Greenpeace

Sie wollen alles – ob Saatgut, Nutztiere, Nahrungsmittel. Die Patentansprüche der Multis erreichen eine neue Dimension. Mittlerweile melden sie schon Milch, Brot und Butter zum Patent an. Gegen diese bedrohliche Entwicklung hat das Bündnis Keine Patente auf Saatgut heute einen globalen Appell gestartet.

Er richtet sich an Regierungen und Patentämter: Patente auf Tiere und Pflanzen müssen verboten werden. Bauernverbände in Europa, Asien und Südamerika haben bereits unterzeichnet.

Der Griff der Konzerne nach der Nahrungsmittelversorgung der Welt hat inzwischen zu einem festen Begriff geführt: Monsantisierung. Multinationale Konzerne wie Monsanto, Dupont und Syngenta drohen die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung zu kontrollieren.

Vor allem der US-Konzern Monsanto ist für sein aggressives Vorgehen weltweit in Verruf geraten. Er hält bereits über 1.000 Patente auf Leben, insbesondere auf Saatgut. Landwirte geraten in Abhängigkeit, dürfen nicht mehr ihr eigenes Saatgut ziehen.

Auch die Vereinten Nationen warnen vor dieser Gefahr. Olivier de Schutter, der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, stellt heute in New York seinen Hintergrundbericht (A/64/170) vor. Darin stellt er fest: „“Die Oligopole einiger Anbieter können dazu führen, dass armen Landwirten der Zugang zu Saatgut, einem für sie lebenswichtigen Produktionsmittel, verwehrt wird. “

„Und sie kann dazu führen, dass die Lebensmittelpreise steigen, wodurch die Lebensmittel für die Ärmsten noch weniger verfügbar werden.““ So könnten Hungerkrisen noch verstärkt werden.

„“Monsanto und Co missbrauchen das Patentrecht, um sich Monopolrechte an Pflanzen und Tieren und sogar an Lebensmitteln zu sichern – egal ob Milch, Brot, Butter oder Fleisch““, sagt auch Christoph Then, Sprecher für Greenpeace. „“Hier ist auch die neue Bundesregierung gefordert: Wir brauchen eine radikale Änderung sowohl in der Gesetzgebung als auch in der Praxis der Patentämter, um diese Privatisierung von Pflanzen und Tieren zu verhindern.““ Der Appell soll im März 2010 an die Regierungen und Patentämter übergeben werden.

Die internationale Koalition Keine Patente auf Saatgut wurde im Jahr 2007 gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Landwirten, Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen wie Swissaid, die Erklärung von Bern, Kein Patent auf Leben!, Misereor und Greenpeace. Unterstützt wird der Aufruf gegen die Monsantisierung von Bauernorganisationen wie Coldiretti aus Italien, COAG aus Spanien, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und die Vereinigung Federación Agraria aus Argentinien.

Sie wollen ebenfalls etwas gegen Patente auf Leben und Nahrung tun? Eine Kampagne dagegen und Tipps zum Mitmachen gibt es in unserer Mitmach-Community GreenAction.

Quelle: Greenpeace
Dank an Netzwerkpartner meinpolitikblog.de.

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