K.D. Rosenporten | RandZone-Online

Wie vor den Bundestagswahlen erwartet, steigt nach der Wahl die Zahl der Entlassungen. Drei Wochen nach der Wahl teilte man nun den Kollegen und Kolleginnen von Quelle in Leipzig und Fürth lapidar mit, daß sie nicht mehr gebraucht werden.

Das bedeutet die Vernichtung von ca. 7.500 Arbeitsplätzen, nachdem vorher schon 2.500 Beschäftigte durch einen “Sozialplan” in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden. In Sachsen sind ca. 1.300 Quelle-Mitarbeiter betroffen. Auch die kundennahen 1.450 Quelleshops sollen geschlossen werden. Die meisten der rund 3.000 Quelle-Mitarbeiter im Raum Nürnberg-Fürth erhalten nur noch bis Ende Oktober ihr Gehalt. Danach sind sie “freigestellt”.

Vor der Bundestagswahl hat man die Belegschaft vertröstet und hingehalten. Mit Hilfe von Staatsbürgschaften und einem Staatskredit über 50 Millionen Euro vermied man Massenentlassungen. Bis gestern hat man sie in Hoffnung gewiegt. Derweil entließ man noch im September und Oktober ca. 180 Beschäftigte in Leipzig, um die “Braut” für potentielle Investoren aufzuhübschen.

Von Juli bis September zahlte das Arbeitsamt die Löhne und Gehälter – praktisch das “Hochzeitsgeschenk”, bezahlt von den Steuer- und Sozialbeitragszahlern. Gleichzeitig preßte man die Belegschaft aus – vor allem in Leipzig -, was diese hinnahm, immer in der Hoffnung, daß ihr Verzicht die Arbeitsplätze retten könne. Eine Hoffnung, die sich wie z.B. bei Qimonda, jetzt erneut zerschlagen hat, eine Hoffnung die immer eine Illusion sein wird.

Diese Verzichtsideologie soll auch jetzt die Quelle-Mitarbeiter wehrlos machen. Sie sollen gar nicht auf den Gedanken kommen, ihr stärkstes Mittel einzusetzen: den Streik. Doch der Gesamtkonzern Arcandor macht Millionen Gewinne, Frau Schickedanz geht es gut.

Das beginnende Weihnachtsgeschäft bietet eine Handhabe, um den Kampf um jeden Arbeitsplatz aufzunehmen. Trauerkleidung und Fähnchen mit der Aufschrift “Quelle sagt Danke” an den Autos sind zwar verständlich, können den unbedingt notwendigen lauten Protest jedoch nicht ersetzen. Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Quelle: RandZone-Online

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