Von LZ | Linke Zeitung

Während die „Westmächte“ immer drohender den Iran verdächtigen insgeheim Atomwaffen zu entwickeln und dieser immer demutsvoller sich kontrollieren lässt und beteuert, nur zu friedlichen Zwecken Atomkraft nutzen zu wollen, während gleichzeitig Israels umfangreiches Arsenal von Massenvernichtungswaffen von der „Internationalen Gemeinschaft“ ignoriert wird erklärt nun Brasilien ganz offen eigene Atomwaffen entwickeln zu wollen.

Der brasilianische Vizepräsident Jose Alencar erklärte, er sei dafür, daß Brasilien Atomwaffen zur Abschreckung gegen mögliche ausländische Angreifer auf seine Offshoreölfelder entwickele, aber auch um mehr internationalen Respekt zu gewinnen.

„ Nuklearwaffen als ein Instrument der Abschreckung sind von großer Bedeutung für ein Land mit 15000 Km Grenze“ sagte er gegenüber deer brasilianischen Presse. Insbesondere zur Durchsetzung der Ansprüche Brasiliens auf die riesigen Ölfelder vor seinen Küsten stellten Atomwaffen ein geeignetes Mittel dar gegenüber möglichen anderen Ländern, die darauf gleiche Ansprüche erheben. Er bedient sich der gleichen Logik wie die „westlichen“ Atommächte, die wie selbstverständlich den eigenen Besitz von Atomwaffen mit notwendiger Abschreckung begründen, einen solchen aber allen anderen Ländern verwehren.

Alencar führte als Beispiel Pakistan an, das er ein armes Land nannte, welches „in vielen internationalen Gremien sitze allein auf Grund seines Besitzes von Atomwaffen.“

Die Äußerungen Alencars flankieren die militaristische Politik des „linken“ Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva, welcher aktuell in Frankreich ein Abkommen zum umfangreichen Waffenkauf unterzeichnete. Er verkündete den Plan, mit französischem technologischem Wissenstransfer eine nuklear angetriebene Flotte von Unterseeboten anzuschaffen um den Besitzanspruch Brasiliens auf die Offshoreölfelder vor seiner Küste durchzusetzen.

Brasiliens nukleare Intentionen unterstrich Lula demonstrativ mit einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Weiterhin lud er Ahmadinejad zu einem Staatsbesuch im Mai nächsten Jahres nach Brasilien ein.

Brasilien betreibt seit den 30ger Jahren des letzten Jahrhunderts eigene Nuklearforschung zur Entwicklung von Nuklearwaffen und forcierte diese besonders in der Zeit der Militärdiktatur Mitte der sechziger bis Mitte der achtziger Jahre. Diese Programm wurden nach der Wiederherstellung der bürgerlichen Demokratie Mitte der achtziger Jahre eingestellt, doch die entsprechende Infrastruktur blieb erhalten. Diese wird nun erneut aktiviert und weiterentwickelt.

Der Aufbau einer eigenen Atommacht dient Lula dazu sein Ziel zu erreichen, Brasilien zur dominanten lateinamerikanischen Regionalmacht mit Sitz im Weltsicherheitsrat aufzubauen.

Diesen nuklearen Plänen steht der 1988 von Brasilien unterzeichnete Vertrag von Tlatelolco entgegen, der den lateinamerikanischen Ländern die Entwicklung von Atomwaffen untersagt.

Quelle: Linke Zeitung
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