Von Andreas Grieß | Readers Edition |- In Zeiten der Wirtschaftskrise hat offiziell niemand Geld, natürlich auch die Parteien, die wie immer kräftig um Wahlkampfspenden werben. Doch das Geld scheinen einige Parteien nötiger zu haben, als andere. Während die großen Parteien Großkundgebungen organisieren und mit aufwendigen TV-Spots versuchen aufzuwarten, sind andere ganz auf die Mithilfe der Unterstützer angewiesen.

Besonders bei der Piratenpartei stolpert man derzeit an jeder Stelle über Spendenaufrufe.

Immer dabei ein Spendenbalken, der den Fortschritt zeigt: Wie viel Geld braucht man noch, um das gesteckte Ziel zu erreichen? Den ersten Balken findet man direkt auf der Homepage der Piraten. Hier wird allgemein für den Bundestagswahlkampf gesammelt. 28.996 von 40.000 Euro seien beisammen.

Doch es gibt noch mehr Spendenaktionen. So wird auf http://www.ich-bin-pirat.de/ gesammelt, um den kreierten Wahlwerbespot möglichst gut im TV zu platzieren. 39.125,63 von 150.000 Euro zeigt der Balken hier an. Auf YouTube und in den sozialen Netzwerken hat man die Aktion bereits beworben.

Heute Morgen dann der nächste Aufruf. Die Piraten-Unterstützer auf StudiVZ wurden darüber informiert, dass man ein “gläsernes Mobil” plane, um damit auf Wahlkampftour zu gehen. Der Spendenaufruf ist unter http://www.leyenhaft.de/piraten/ zu erreichen. 15.000 Euro brauche man auch hierfür- laut Balken sind bereits gut zehn Prozent zusammen gekommen.

Das Ganze zeigt, wie schwer es Kleinparteien haben, vor allem, wenn sie so ambitionierte Ziele wie die Piraten haben.
Diese sollten sich vor lauter Spendensammeln jedoch nicht verzetteln, denn derzeit werben sie direkt in zwei Richtungen: Um Stimmen bei Unentschlossenen und um Spenden bei Unterstützern. So läuft die Partei Gefahr, dass sie sich verzettelt, zu viel Energie in das Spendensammeln investiert und die Stimmen als Selbstläufer versteht. Und nicht zuletzt: Zu viele Spendenaufrufe schrecken irgendwann auch die Unterstützer ab, wenngleich diese bisher überraschend bereitwillig spenden.

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Quellennachweis für diesen Beitrag:Readers Edition – Dieser Beitrag steht unter einer CC-Lizenz.

Dank an den womblog.de!

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