Von Machopan | Machopan’s Rauchzeichen | – Wieder mal rätseln deutsche Forscher über die schrumpfende und vergreisende Ge-
sellschaft des widerlich vereinten Landes. Diesmal war es das Max-
Planck-Institut, das der Frage nach dem ausbleibenden Nachwuchs mit wissenschaftlichen Mitteln auf den Grund zu gehen versuchte und dem SPIEGEL damit die Möglichkeit bot unter dem Titel „Europäer bleiben babymüde“ darüber zu berichten.

Es ist schon putzig, wenn man sieht wie die Erklärungen und Gründe für magere Geburtenraten zusammengepuzzelt werden und man sich allen Ernstes fragen muss, ob die Forscher denn eigentlich immer noch nicht begriffen nach welchen Regelwerken der Natur die Fortpflanzung einer Art seit Jahrtausenden erfolgt.

In jedem Biologiebuch, in dem die Erklärung dieses einfachen Vorgangs nicht am Beispiel der Bienen erklärt wird, kann man nachlesen, dass man zur Erzeugung von Nachwuchs nur ein paar ganz einfache Dinge braucht.

Unter der Annahme, dass auch Forschern bekannt sein dürfte, dass man zur Zeugung mindestens zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts benötigt und die physikalisch-motorischen Maßnahmen zur Befruchtung einer Eizelle, die man ggf. auch im Kamasutra der alten Inder nachlesen könnte, ebenfalls als bekannt voraussetzt, dann bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig, das man im Jahr 2009 noch erforschen könnte.

Auch den Vorgang der Geburt haben bereits Generationen vor uns beherrscht und immerhin so erfolgreich bewältigt, dass wir heute über Forscher verfügen, die sich über die existenziell wichtigen Frage sinkender Geburtenraten den Kopf zerbrechen können.

Da würde ein Blick ins Tierreich und die Erinnerung daran, dass der Mensch vom Primaten abstammt, vollauf genügen, denn die Populationshäufigkeit einer Tierart und die damit in direktem Zusammenhang stehende Geburtenrate hängt eindeutig von positiven Umgebungsfaktoren ab, die ich jetzt der Einfachheit halber mal unter dem Begriff „Kuschelfaktor“ zusammen fassen möchte.

Versuche mit zu Studienzwecken ausgesetzten Primatenpärchen haben ergeben, dass auf einer einsamen Südseeinsel selbst das hässlichste Weibchen nach einigen Wochen von dem Männchen besprungen wird, wogegen ein im Nordmeer auf einer treibenden Eisscholle ausgesetztes Pärchen auch nach Wochen noch keinerlei Interesse an einer Paarung zeigte.

Daraus kann man durchaus den Schluss ziehen, dass eine Südseeinsel einen wesentlich höheren Kuschelfaktor besitzt als eine treibende Eisscholle. Und auf einen hohen Kuschelfaktor folgt mit etwas Zeitverzögerung eine hohe Geburtenrate, während bei einem längerfristig niedrigen Kuschelfaktor die Arterhaltung bedroht ist.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die bundesdeutschen Demografieforscher einfach mal zu der Erkenntnis kommen müssten, dass paradiesische Zustände im Lande das Problem der Überalterung am besten beseitigen helfen, während sich Affen auf einer treibenden Eisscholle auch nicht für viel Geld zu einem Paarungssprung animieren lassen.
Das eigentliche Problem scheinen also nicht die Affen zu sein, sondern der Kuschelfaktor auf der treibenden Eisscholle.

Jetzt werden Sie natürlich keinen Demographieforscher finden, der in der Lage und Willens ist diesen einfachen Sachverhalt in wissenschaftlich wichtige Worte zu fassen. Statt dessen schreiben sie etwas über das „sogenannte Ersatzniveau von statistisch 2,1 Geburten je Frau, das leider nur in einigen Ländern Europas erreicht werde, jedoch die Einwanderung eine positive Wirkung auf die Geburtenrate gezeigt hätte“.

Nun bin ich mir nicht so sicher, ob zusätzliche Affen auf einer Eisscholle den „Kuschelfaktor“ wirklich nachhaltig verändern, oder ob es sich bei der angeblich positiven Wirkung auf die Geburtenrate lediglich um einen angeborenen Reflex der ersten Generation handelt, der jedoch nach erfolgreicher Integration verpufft, denn an den Lebensbedingungen auf der Eisscholle hat sich ja durch die Zuwanderung nicht wirklich etwas geändert.

Interessant sind dann auch die Schlussfolgerungen, die von den Forschern gezogen werden. So sei zum Beispiel „die Familienpolitik wichtig und bedeutsam seien auch materielle Anreize zum Kinderkriegen sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten“.

Angesichts nunmehr fast 60-jähriger bundesdeutscher Familienpolitik, unzähligen Reformen des Arbeitsmarktes, des Gesundheitswesens, der Sozialsysteme, der gesetzlichen Festschreibung der Gleichberechtigung von Mann und Frau, dem deutschen Wort „Kindergarten“, das sogar in andere Sprachen aufgenommen wurde und allen sonstigen Neuerung des Gesellschaftssystems ist dieses Resümee der Forscher ein Armutszeugnis, denn offensichtlich ist die Kuscheltemperatur auf der bundesdeutschen Eisscholle und mit ihr der nationale „Kuschelfaktor“ auf einen nachhaltig artbedrohenden Niedrigwert gesunken.

Und materielle Anreize werden sicher nichts daran ändern, dass den Affen einfach der Arsch auf Grundeis und die Lust an der Arterhaltung vergangen ist.

——————————————————————————–

Quellennachweis für diesen Beitrag: Machopan’s Rauchzeichen – Dieser Beitrag steht unter einer CC-Lizenz.

Dank an Netzwerkpartner womblog.de! Danke Peter!

Advertisements