Auf dem Behesht-Sahra Friedhof im Süden Teheran sollen angeblich getötete Demonstranten heimlich bestattet worden sein, so die reformorientierte Website Noroonews. Zwischen dem 12. und dem 15. Juli sollen cirka 40 Personen anonym beigesetzt worden sein. Die Leichen seien tiefgefroren aus einem Kühlhaus angeliefert worden sein. Der Leiter des Friedhofes, Rezaiyan, dementiert diesen Vorwurf der Website vehement, so die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Montag.

Unterdessen bekräftigt ein Außenamtssprecher in Teheran, Irans Recht auf ein Atomprogramm und fordert die internationale Gemeinschaft auf, ihre Position im Atomstreit zu überdenken.

Der oberste iranische Richter Sadek Laridschani, hat Edschehi zum neuen Generalstaatsanwalt ernannt. Edschehi wurde unter anderem wegen des harten Vorgehen gegen die Demonstranten von Ahmadinedschad vom Posten des Geheimdienstminister entbunden. Laridschani und Ahmadinedschad gelten mitterweile als Rivalen.

Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Vertrauensabstimmung im iranischen Parlament über die neuen Kabinettsmitglieder hat ein enger Vertrauter von Präsident Ahmadinedschad dessen jetzige Popularität als „historisch“ bezeichnet. Nach offiziellen Angaben war Ahmadinedschad am 12. Juni mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt worden.

„Die internationale Gemeinschaft hat begriffen, dass sie keine andere Chance hat, als mit ihm zu kooperieren, weil sie ihn nicht stürzen kann“, erklärte Esfandiar Rahim-Mashaie, dessen Tochter mit einem Sohn Ahmadinedschads verheiratet ist, am Dienstag nach Angaben des staatlichen Senders Press TV.

Mashaies Bestellung zum Ersten Vizepräsidenten hatte große Empörung im ultrakonservativen Lagers ausgelöst, weil dieser einmal erklärt hatte, die Iraner seien Freunde aller Menschen – sogar der Israelis. Auf Anordnung des Obersten Führers Ali Khamenei musste Ahmadinedschad die Ernennung seines Vertrauten rückgängig machen.

Auch die nun von Ahmadinedschad vorgelegte Ministerliste stößt nicht nur bei der Opposition auf Widerstand. Die konservativen Abgeordneten können sich ebenfalls nicht für alle Kandidaten erwärmen. Zudem sind sie nicht von der Idee angetan, Frauen die Leitung von Ministerien anzuvertrauen, weil das „Männersache“ sei.

Mashaie betonte angesichts der vielfach geäußerten Bedenken gegen das neue Kabinett, er könne sich an keinen Regierungschef erinnern, „der so populär war, dass es ihm möglich gewesen ist, das ganze Land zu managen, Hoffnung zu geben und den Stolz der iranischen Nation wiederherzustellen“. Dank der Leistungen Ahmadinedschad sei der Iran heute einer der „zehn Spitzenstaaten der Welt“.

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