Der iranische Präsident hat aus seinem neuen Kabinett alle seine Kritiker entfernt und durch Loyalisten ersetzt. Die meisten Neuen sind jung und politisch unerfahren.

Ausserdem ernannte er erstmals in der Iranischen Republik auch drei Frauen. Alle drei sind erzkonservativ und treten für eine stärkere Trennung von Frauen und Männer ein. Der bisherige Handelsminster Mir-Kazemi soll der neue Ölminister werden, er kann keinerlei Erfahrung in diesem für den Iran so wichtigen Bereich Erfahrung vorweisen. Das Ölgeschäft macht 80% der Staatseinnahmen aus.
Im Geheimdienstministerium wurden fast alle hohe Beamten entlassen und durch Anhänger Achmadinedschads ersetzt. Er selbst sagte zu diesen Umbildungen, dass alle nun Moral und Hingabe, Effizenz und Bereitschaft zur Kooperation besitzen. Am 30. August werden alle Regierungsmitglieder sich einer Vertrauensabstimmung im Parlament stellen müssen.

Internationale Inspektoren in Arak

Nach Diplomatenangaben hat der Iran Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Zugang zu einem Reaktor der Atomanlage Arak gewährt. Ein Jahr lang hatte der Iran den internationalen Kontrolleuren den Zutritt zu dem Reaktor verweigert.
Außerdem stimmte die Regierung in Teheran angeblich einer verstärkten Kontrolle einer weiteren Atomanlage zu.
Inspektoren der IAEA besuchten den Diplomaten zufolge in der vorigen Woche den fast fertigen Schwerwasserreaktor der Atomanlage Arak. Die Regierung gab ferner dem Ersuchen der IAEA statt, die Anlage zur Urananreicherung in Arak stärker inspizieren zu dürfen. Die Anlage produziert Material für atomaren Brennstoff. Durch eine weitere Anreicherung kann spaltbares Material für Atomwaffen daraus hergestellt werden.

Der Westen befürchtet, dass der Iran heimlich am Bau von Atomwaffen arbeitet. Teheran erklärt dagegen, das iranische Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.

Hinrichtungen im Iran

Zwei Männer sind im berüchtigten Evin-Gefängniss gehängt worden, zwei weitere in Isfahan. Diese Hinrichtungen sind die ersten, die in die Verantwortung des neuen Leiter der Justiz, Laridschani fallen. Alle vier sollen Drogenschmugler und verurteilte Mörder gewesen sein. Laut Medien sind damit bereits mehr als 100 Menschen im Iran dieses Jahr hingerichtet worden, offiziell. Statistiken werden nicht veröffentlicht.

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