Von Klaus Wallmann sen. | Randzone | – Das Gesundheitswesen in den USA ist vollständig in der Hand von internationalen Pharma-Monopolen, Versicherungen und Krankenhauskonzernen. Es macht mit 2 Billionen US-Dollar ca. 17 Prozent des USA-Bruttoinlands-produkts aus und ist damit eine sprudelnde Quelle des Profits. Die Gewinne der zehn größten privaten Krankenversicherungen sind von 2000 bis 2007 um 428 Prozent in die Höhe geschnellt.

Und da kommt Herr Obama daher und verkündet in seinem Wahlkampf, er werde eine freiwillige staatliche Krankenversicherung für alle schaffen. Das Echo der Bevölkerung war verständlicherweise positiv, denn eine private Krankenversicherung kann sich eine stetig wachsende Zahl von US-Amerikanern schlicht nicht leisten. Während Obamas Wahlkampf waren ca. 47 Millionen US-Bürger – darunter jeder Dritte unter 30 – ohne jeden Versicherungsschutz. 25 Millionen sind unterversichert. Chronisch Kranke werden von den privaten Krankenversicherungen nicht aufgenommen. Eine Reihe von Unternehmen bietet ihren Beschäftigten eine an den Arbeitsplatz gebundene Krankenversicherung, doch als eine Folge der Weltwirtschaftskrise verloren Hunderttausende nun beides. Privat aber kostet z. B. die Behandlung eines Knochenbruchs ca. 10.000 US-Dollar. Da wird es verständlich, daß fast zwei Drittel aller privaten Konkurse in den USA ihre Ursache in Schulden aufgrund medizinischer Behandlungen haben.

Obamas Versprechen war also aller Ehren wert, doch ebenso berechtigt waren die Zweifel. Denn sofort schlug ihm der massive Widerstand der von der derzeitigen Lage des Gesundheitswesens profitierenden Konzerne entgegen. Sie und die Republikaner organisieren Demonstrationen und Kundgebungen und bezeichnen Obama in Medienkampagnen mal als “Sozialisten”, mal als “Hitler”.

Inzwischen kommt der Widerstand aber auch aus seiner eigenen Partei, den “Demokraten”. Dort fiel wohl auf, daß Obama seine “Reform” durch “Umschichtungen im Gesundheitssystem” finanzieren will – auf dem Rücken der Armen. Ausgerechnet bei den staatlichen Programmen “Medicare” und “Medicaid”, die älteren und behinderten Menschen Mindestleistungen garantieren, will Obama bis zu 313 Milliarden US-Dollar kürzen, und dieses Geld zur Erfüllung seines Wahlkampf-Versprechens verwenden.

Dazu ein Kommentar in der “New York Times”: “Will uns Obama reinlegen? Nichts hat sich geändert für den kleinen Mann. Der Einfluss der Lobbyisten ist ungebrochen, auch bei den Demokraten: So haben Vertreter der Gesundheitsindustrie allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1,8 Millionen Dollar just an jene 18 Kongressabgeordneten aus beiden Parteien gespendet, die über die Gesundheitsreform wachen – die demokratische Kongresspräsidentin Nancy Pelosi inklusive.”

Der mächstigste Mann der Welt? Nur wenn ihn die herrschende Klasse läßt. [ Klaus Wallmann sen. ]

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