253ebfc40e05/08/2009 von Julie

Pressemitteilung v. IPPNW

„Jeder spielt eine tragende Rolle bei der Veränderung der Welt“

64 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki warnt die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW vor der bis heute von Atomwaffen ausgehenden Gefahr und fordert Engagement: Regierungen sollten den Reden zur Abrüstung jetzt auch Taten folgen lassen, Bürgerinnen und Bürger müssten sich aktiv an Veranstaltungen und Kampagnen hierzu beteiligen.

Durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 starben fast eine Million Menschen unmittelbar oder in der Folge. „Die Erfahrung des Atombombenabwurfs trieb uns immer wieder dazu an, die Abschaffung aller Atomwaffen zu fordern. Trotz unserer Bemühungen wird die Gefahr einer erneuten Weiterverbreitung und eines Einsatzes aber wieder größer“, schreibt Tadadoshi Akiba, Vorsitzender der internationalen Bewegung Mayors for Peace und Bürgermeister von Hiroshima, in einem Grußwort. Deshalb sei die Teilnahme an Veranstaltungen wie denen zum Jahrestag äußerst wichtig. „Jeder von uns, jeder Bewohner dieser Erde, spielt eine tragende Rolle dabei, diese Welt zu verändern und die Zukunft der Menschheit mitzubestimmen“, so Akiba.

Fakt ist, dass heute immer mehr Länder eine nukleare Bewaffnung anstreben und sogar nicht-staatliche Akteure mit dem Einsatz drohen. Atomwaffenstaaten wie die USA, Russland, oder China modernisieren und perfektionieren weiterhin ihr Arsenal. „Natürlich gibt es auch positive Zeichen für Fortschritte bei der atomaren Abrüstung, wie US-Präsident Obamas Rede in Prag“, so die Vorsitzende der IPPNW Dr. Angelika Claußen, „man muss sich jedoch ebenfalls verdeutlichen, dass die Zerstörungskraft der heute vorhandenen Atomwaffen einem Hundertfachen der Hiroshima-Bombe entspricht.“ Grund für die nie wirklich gestoppte atomare Rüstungsspirale sei der Glaube, ihr Besitz bedeute Sicherheit. Anstatt Atomwaffen weiter zu entwickeln, müsse man daher Strukturen einer gemeinsamen Sicherheit voranbringen, erklärt Claußen. “Unsere Vision ist die vollständige atomare Abrüstung, der Weg dahin ist eine Atomwaffenkonvention.“

Auch in Deutschland liegen noch 20 Atomwaffen der USA, jede einzelne von ihnen kann die 6-fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe erreichen. Laut Forsa sind 80% der Deutschen für die Beseitigung dieser Waffen. „Das sollte endlich politisches Gehör finden“, meint die Vorsitzende der IPPNW, „gerade jetzt ist allerdings auch jeder dazu angehalten, auf Gedenkveranstaltungen wie zum Hiroshima-Jahrestag oder in Kampagnen wie ‚unsere zukunft – atomwaffenfrei’ dieses lautstark zu fordern.“

Veranstaltungen zum Hiroshima/Nagasaki- Jahrestag mit Beteiligung der IPPNW:
– 6.8., Berlin: Einweihung einer Gedenktafel und Anschlagen der Friedensglocke, Volkspark Friedrichshain, 17 Uhr, www.berlin-friedensglocke.de– 6.8., Bonn: Blumen für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki, Beuler Rheinufer, Nähe Brückenforum, 18 Uhr, www.friedensinitiative.de– 6.8., Dortmund: Infostand und Mahngang, Platz von Hiroshima, ab 15 Uhr, www.dortmund-initiativ.de– 6.8., Kiel: Infostand und Lotosblüten, Hiroshimapark, ab 19.30 Uhr
– 8.8., Münster: Kundgebung, Rathaus Münster, 12 Uhr, Prinzipalmarkt, www.muenster.org/frieden

Kontakt: Jens-Peter Steffen, Tel. 030-69807413, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de

Quelle: IPPNW

Dank an Netzwerk-Partner Mein Politik-Blog für den Hinweis zu dem Artikel

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