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von Winfried Sobottka

Aus: http://www.cdu-propaganda.blog.de

Gespenster können mit Ketten rasseln, aber auch unhörbar durch die Lüfte fliegen und dann plötzlich irgendwo erscheinen. Plötzlich war er da, der Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor von und zu Guttenberg, und kaum war er da, da war er schon der Shooting-Star!

In höchsten Tönen wird er gelobt – von bestimmten Kreisen, zum Beispiel vom Unternehmer-Geldadel:

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/10637956

>>“Seehofer wird bei Versammlungen in Bayern freundlich begrüßt, Guttenberg aber in vollen Sälen begeistert gefeiert. „Sie sind der Bannerträger der sozialen Marktwirtschaft“, schmeichelte ihm kürzlich der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Randolf Rodenstock, 500 Unternehmer klatschten euphorisch.“

Nun wissen wir alle, was es heißt, wenn Leute wie Randolf Rodenstock von der sozialen Marktwirtschaft reden. Sie meinen damit ungebremsten Ultra-Kapitalismus. Darin hat die Familie derer von und zu Guttenberg ja auch Tradition, nachweislich seit mindestens 1147, so weit reicht ihr Stammbaum. Wie andere Adelsgeschlechter auch beuteten sie Jahrhunderte lang die Landbevölkerung aus, verdienten an Raubkriegen, kerkerten politische Gegner ein, folterten und mordeten sie. Die Folterkammer des Schlosses Guttenberg kann man heute noch bewundern:

http://www.welt.de/print-wams/article109245/Ferien_in_der_Folterkammer.h…

Auf ein heutiges Familienvermögen von 600 Millionen Euro brachten sie es so, gehören zu den 30 reichsten Familien Deutschlands. Das macht sie bei den Unternehmern in der Tat aller sozialistischen Umtriebe unverdächtig, zumal Theos Urgroßvater noch 1919 mit Kanonen auf sächsische Kommunisten gefeuert hat

Die Ansichten des Karl-Theodor von und zu Guttenberg lassen sich nicht unmittelbar erkennen. Dass er gegen Subventionsspritzen für notleidende Konzerne ist, macht ihn auch bei kleinen Leuten nicht unbedingt unsympathisch. Dass ein Sterben der US-Tochter Opel den Wünschen der VW-/AUDI-/Porsche Kapitalisten von Porsche und Piech entsprechen dürfte, haben wohl die wenigsten vor Augen: Karl-Theodor von Guttenberg will das heiße Monopoly-Spiel in der Realität: „Alles für wenige!“

Betreffend Hartz IV ist von Guttenberg einerseits ehrlicher als andere Politiker. Dass 1,66 Millionen Hartz-IV-Bezieher gar nicht in der Arbeitslosen-Statistik auftauchen, würde Bundesarbeitsminister Olaf Scholz nur unter Folter erklären. Von und zu Guttenberg erklärt es von sich aus:

http://www.zuguttenberg.de/index.php?url=/news_71.htm

„Hartz IV und das neue Arbeitslosengeld II hätten zwar „die traurige Arbeitsmarktrealität ein Stück weit deutlicher gemacht“, fuhr der Abgeordnete fort, aber nicht alle neu hinzugekommenen früheren Sozialhilfeempfänger seien tatsächlich schon erfasst. Zu Guttenberg erläuterte, dass bundesweit 1,66 Mio. Menschen, die das neue Arbeitslosengeld erhalten würden, noch nicht als Erwerbslose erfasst seien.“

Doch für die Not der Hartz-IV-Bezieher hat er kein Empfinden, darauf geht er nicht ein. „Hartz-IV hat nicht richtig gegriffen“, sagt er. Das heißt, es hat gegriffen, aber noch nicht genug. Das heißt, es war und ist im Grundsatz richtig, geht aber nicht weit genug. Das heißt, die Arbeitslosen können sich auf einiges gefasst machen, wenn Karl-Theodor von und zu Guttenberg über sie zu bestimmen haben sollte.

Die Ultrakapitalisten können sich hingegen freuen, wenn Karl-Theodor von und zu Guttenberg zu bestimmen haben sollte: Er ist der Motor der CSU für Steuersenkungen:

http://www.news-adhoc.com/csu-generalsekretaer-guttenberg-steuersenkunge…

Das hat skandalöse Züge, weil der Staat einerseits restlos überschuldet ist, andererseits aber auch, weil die Familie von und zu Guttenberg von Steuersenkungen aufgrund ihres eigenen Reichtums in ganz besonderem Maße profitieren würde: Dagegen sind die Ministerbezüge des Karl-Theodor von und zu Guttenberg wahre Peanuts.

So ist es kein Wunder, dass er vom Geldadel als „Bannerträger der sozialen Marktwirtschaft“ in den Himmel gehoben wird. Ultrakapitalismus ist in heutiger Zeit allerdings ein schwer verkäufliches Gut,. So besinnen sich die Kreise, die die CSU auf Ultrakapitalismus á lá CDU und FDP trimmen wollen, der Vorzüge unthematischer Werbung á lá Zigarettenindustrie. Guttenberg wird herausgeputzt und verkauft, ohne dass er sich politisch zu den sogenannten Stacheldrahtthemen äußern muss. Die Masche heißt im Prinzip: Alle loben Guttenberg, und darum ist er toll. Seine ultrakapitalistische Gesinnung wird verdeckt, indem betont wird, dass er Anzüge von der Stange trägt:

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/10637956

Die unpolitische und kritikfreie Lobhudelei in Sachen des Karl-Theodor von und zu Guttenberg geht selbst der durchaus konservativen „Die Zeit“ bereits auf den Wecker:


http://www.zeit.de/online/2009/29/guttenberg-wirtschaftsminister

Dabei wird die Brisanz der Person des Theo von Guttenberg unterschätzt: Während die CDU inhaltlich nichts mehr mit einer Volkspartei zu tun hat, bekunden die Wahlergebnisse der CSU, dass sie noch Integrationskraft in alle sozialen Schichten hinein hat.

Dem Horst Seehofer ist das klar, schließlich hat er das abschreckende Beispiel der SPD vor Augen. Zwar konnte die SPD durch groben Verrat an den politischen Interessen der ärmeren Bevölkerungskreise beachtliche Lanzen für den Ultrakapitalismus brechen, doch seitdem ist sie politisch auf Todeskurs.
Das will Seehofer auf keinen Fall. Und damit steht er den Wünschen des Kapitals gelegentlich im Wege.

Dem Karl-Theodor von Guttenberg wiederum kann die CSU egal sein: Mit seinem Vermögen ist er ohnehin bestens versorgt, wichtiger als die Zukunft der CSU dürfte ihm die Zukunft des Geldadels sein. Fazit: Karl-Theodor von und zu Guttenberg könnte sich zum Gerhard Schröder der CSU mausern. Das würde die CSU politisch zwar nicht überleben, aber das wäre dem Karl-Theodor von und zu Guttenberg egal.

Quelle: Pressemitteilung Webservice
Quelle Bild: von gumtau via Flickr
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