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Gerd will arbeiten…

Von Calwer Wildnis

Da ist Gerd, der einen 1.– Euro-Job gemacht hat, bei einem Tierschutzverein, und es hat ihm Spass gemacht. Nun ist also der 1.– Euro-Job vorbei, gelaufen, und er ist wieder auf dem Nichts, das sich Hartz IV nennt. Was viele Menschen nicht wissen, ist eben die Tatsache, dass so ein Job nur ein Jahr lang läuft, und dann muss ausgesetzt werden.

Schliesslich sollen andere auch ran, und die Jobs sollen ja nicht zur festen Einrichtung werden. Genau dies ist aber nur ein schlechter Witz, denn faktisch sind sie es schon – nur eben mit jährlicch wechselnden Teilnehmern.

Gerd ist einer, den man auch nicht trainieren muss, so wie es der 1.– Euro-Job, und alle die fadenscheinigen Begründungen darum herum vorsehen. Er arbeitet gerne, ist pünktlich zur Stelle, und kräftig ist er auch, kann zupacken. Das alles ist aber uninterressant.

Nur Lob erhielt er, nach Abschluss dieses Jahres, am liebsten wäre er dort geblieben – und auch die Leute vom Tierschutz hätten wohl nichts dagegen gehabt. Allerdings, für eine Vollzeitstelle reicht denen das Geld eben nicht. Also, wieder faulenzen, obwohl Gerd das gar nicht will.

Und wieder wird nach noch mehr Einschränkungen gerufen, werden weitere Schikanen geplant, obwohl es daran nicht mehr liegen kann mit der mangelnden Vollbeschäftigung. Die Regierenden wissen es im Grunde – sie könnten es wissen, immerhin, wenn sie sich halbwegs für die Menschen interressieren würden, die ihre Politik betrifft.

Aber, sie stellen nichts in Frage – lassen nichts in Frage stellen. Die wichtigste Frage wäre: ob die Methoden, die angewendet wurden und werden, die vorgesehenen Pläne, im Stande sind die Zukunft zu sichern. – Nicht die Zukunft nur der Reichen und Mächtigen, sondern jene aller Menschen. Ist diese Politik geeignet unsere Enkel ihr Leben gestalten zu lassen? Das ist die Herausforderung, und nichts sonst.

Für Gerd ist die Herausforderung, wie er eine Arbeit findet, die ihn ernähren wird, sein Leben gestalten läßt. Eine Hoffnung darauf, diese Arbeit zu finden, ist wie eine Fata Morgana – fast unerreichbar – geworden. Auf die Politik gibt er nicht mehr viel – alles Lüge, meint er dazu.

Das Prinzip Hoffnung zieht nicht mehr. Was nützt der aufrechte Gang, wenn er niedergemacht, zurechtgemassregelt wird, bis der davon Betroffene so ist, wie er gebraucht wird für diesen Arbeitslosen-Staat? Ja, es ist ein Arbeitslosen-Staat, weil er das Leben nicht fördert, die Arbeit nur zurecht biegt, und die Menschen im Elend läßt.

Sämtliche Höllen die der Mensch so vorfindet während des Verlaufs seines Lebens sind nicht von einem Gott oder Teufel errichtet worden, sondern von seinesgleichen – auch von Menschen. Deren Hass auf alles Menschliche sorgt dafür, ihr Sadismus gestaltet sie aus.

In allen Sonntagsreden wird behauptet, dass der Mensch und seine Zukunft human sein müssen – mit Menschenrechten, und so weiter. Hinter der vorgehaltenen Hand wird gemunkelt, dass sich das wohl nicht durchhalten lasse… Für die Reichen, die Mächtigen, die in ihrer gesättigten Langeweile nicht wissen, was sie mit ihrem Geld – ihrer Macht – noch anstellen könnten, mag das so sein. Für die anderen Menschen geht es um ihr Überleben.

Deshalb bleibt es dabei: Gerd will arbeiten, aber er findet keine Arbeit – auch die Arbeitsagentur hat keinen Arbeitsplatz für ihn. Das ist die traurige Realität.

Quelle: Kriegspostille
Bild Quelle: von genesis3000 via flickr Bestimmte Rechte vorbehalten.
Dank auch an Netzwerkpartner Mein Politik-Blog für den
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