Das Unternehmen Knauf Iran hat ihren Mitarbeiter schriftlich verboten an Demonstrationen gegen die Regierung im Iran teilzunehmen. Ansonsten drohe ihnen die Entlassung. Damit sollen Firmeninteressen vetreten werden.

Hintergrund ist die Verhaftung eines führenden Mitarbeiters, der nur frei kam, nachdem das Unternehmen dieses Schreiben an ihre Mitarbeiter aufsetzte. Unterschrieben wurde die Anordnung von Isabel Knauf, Mitglied der Gründungsfamilie Knauf und Mitglied des Aufsichtsrat der iranischen Firmentochter.

Das Schreiben vom 21. Juli, das „an alle Mitarbeiter von Knauf Iran, Knauf Gatch und Iran Gatch“ gerichtet ist, weist darauf hin, dass die Mitarbeiter „nicht nur ihre private Meinung“ repräsentierten, wenn sie „politisch aktiv“ seien, sondern auch das Unternehmen. Deshalb gelte ab sofort folgende Regelung: „Wenn irgendjemand aus unserem Unternehmen dabei erwischt wird, gegen die aktuelle Regierung zu demonstrieren, wird er oder sie sofort entlassen.“ Im Iran bezog es sich dem Schreiben zufolge auf alle Mitarbeiter, auch die Androhung, Angestellte zu entlassen, ist explizit.

Einzig Firmenanwalt Jörg Schanow war zur einer Stellungsnahme bereit. Dieser sagte, dass dieses Schreiben nötig war um Firmeninteressen im Iran zu wahren. Es solle keinem Mitarbeiter das Demonstrationrecht verboten weden, aber das Schreiben gibt gegenteiliges an.

Hier werden die Versuche eines Volkes auf mehr Demokratie und Freiheit durch ein Unternehmen torpediert und was noch erschreckender ist, durch ein deutsches!

Wirtschaftliche und politische Interessen werden in diesem Unternehmen wohl nicht getrennt. Dementsprechend fallen die Proteste aus. Auch aus Politik und Wirtschaft kommt unverständniss. Immer mehr rufen zu einem Boykott des Unternehmens auf, dass sein Stammsitz in Bayern hat und weltweit cirka 22.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Hier das Schreiben als PDF

Proteste gegen Knauf Gips auf Twitter.

Der Schaden wird für das renommierte Unternehmen nun größer sein als es verhindern wollte. Ein deutsches Unternehmen, hat sich für eigene Interessen durch das iranischen Regime erpressen lassen und auf Demokratie verzichtet. Das ist unverzeihlich.

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